INFOSHEET DEUTSCH

geht es um den viel beschworenen sound aus berlin, ist modeselektor eine bank, von der man getrost ein paar dezibel abheben kann. ihr „dreck-elektro“ (arte tv) hat es auf die favoritenliste vom radiohead himself thom yorke geschafft, in der deutschen hauptstadt werden sie seit fast zehn jahren als garantie für humortrunkene, musikalisch auf- und tanz anregende nacht-unterhaltung gehandelt, während der rest der republik schon längst schläft. nur in frankreich sind sie vielleicht noch bekannter und dauergast sowohl in paris, als auch in der provinz.

rund 70 live-auftritte allein im vergangenen jahr zieren ihre agenda, nicht weniger als 4 eps auf ellen alliens label bpitch control haben sie nebst zahlreichen remixen bislang veröffentlicht, zuletzt erschien die dvd „labland“, die sie in ton und mit bild von deutschlands beliebtesten vjs und langjährigen labor-kollegen von der berliner pfadfinderei gemeinsam kompiliert haben. modeselektor sind gernot bronsert und sebastian szary, zwei lebemänner aus berlin, die sich 1996 zusammen getan haben und gern im restaurant essen. nach jährlich wiederkehrenden versprechungen kommen sie nun endlich mit ihrem ersten album um die ecke gebogen, um damit auf die breit angelegte schranz-elysée für eine zeitgemäße post-techno-parade einzufädeln. „hello mom“ funktioniert wie ein sampler für akut geile, zeitgenössische elektronische musikpimperei. urbane worthülsen wie elektro-idm, booty-house, eurocrunk, tech-rap, continental-grime, ghettobass, dubstep und derlei sollten in modeselektors bearbeitung selbst die gelangweiltesten alleskenner vom hocker hauen. müde glotzt ein feiergezeichneter, verloren dreinblickender affe vom cover,denn selbstironie war schon immer eine stärke von modeselektor, mit denen man nur schwerlich ein ernstes wörtchen reden kann, da sie meist trunken vom ideensuff ihrer suchtartigen kreativität anzutreffen sind.

los geht’s mit einer gemeinschaftsarbeit. ttc kommen aus frankreich und machen saftigen hiphop auf dem ninja tune-ableger big dada, wobei sie in der „dancing box“ von modeselektor im trockenen eurocrunk-shredder durstig bleiben müssen.„die club nummer“ intonieren gernot und sebastian als das acid gewandhaus orchester zu ehren von kurt ‚triefauge’ masur, während „tetrispack“ mit imaginiertem genöle von snoop und kelis eine garantierte nummer eins wäre, hier aber auf der drei sein glück versuchen muss. das „rap-anthem“ reiht sich nach dem „rave-anthem“ von der „turn deaf ep“ in die liste ein, aus der später mal ein hymnenalbum entstehen soll. „kill bill vol. 4“ verdeutlicht zunächst modesektors hang zur hörspielerei, um sich dann in ein rave-monster zu verwandeln, mit dem sie eigenen angaben zufolge egal wo erfolg gehabt haben. namensgeber für „ziq zaq“ ist ein persisches restaurant, in dem modeselektor gerne essen, und wo sie sich gedanken über die 707 von lexy und k.paul gemacht und sich ob der 80er-jahre-„plastiksounds“ einen ast gelacht haben. mit „vote or die“ unterstützen modeselektor die von p.diddy ins leben gerufenene wahlkampagne, weil der rapper aus new york „einen tollen geschmack hat und einfach styled“. „earth - the ups edit“ sind obskure sounds zu schwerem stolpern, es eiert majestätisch wie der planet, auf dem die menschen in den braunen uniformen wohnen und sich gegenseitig geschenke ausliefern. der weise paul st. hillaire räsomiert mit wahnsinnig viel gefühl über „fake emotions“ zu entspannt verblubberten melodien. „in loving memory“ von der gleichnamiger ep aus dem jahr 2002 zählt schon jetzt zu den großen kirchenorgelklassikern unserer zeit. „hasir“ heißt das türkische restaurant, das den zwei ewig hungrigen einen feinen schnitzel „saz“ (türkische gitarre) gegeben hat, aus dem diese gefühlvolle oriental-bassballade gewachsen ist. die sri lankesin sasha perera ist sängerin des berlin-tel-aviver trios jahcoozi und „silikon“ ein track voll mit urbanem dreck. das fröhlich-euphorische plocker-finale „i love you“ geht raus an alle moms, heißt es von modeselektor, die bereits am nächsten album sitzen, das in ca. 8 jahren erscheinen soll.

INFOSHEET ENGLISH

when it comes to the much talked about sound of berlin, modeselektor would be the choice you can bank on. their “dreck (=crud) elektro” (arte tv) has made it into the favourites of mr radiohead himself - thom yorke. for almost 10 years now the duo stands for guaranteed humour-dipped, musically exciting and dance stimulating night-time entertainment, while the rest of germany is long asleep. in france they might be even better known, as they are constantly invited to play in paris as well as in the provinces.

a total of almost 80 live gigs adorn their last years agenda, and, among numerous remixes, they have released not less than 4 eps at ellen allien’s label bpitch control. their latest release was a dvd entitled “labland”, which they produced together with their old buddies - germanys most popular visual artists - pfadfinderei.

modeselektor are gernot bronsert and sebastian szary, two bon vivants from berlin, who teamed up in 1996 and who like to eat in restaurants. after annually recurring promises they finally turn the corner with their first album to take the lead in a post-techno-parade along a gorgeous boulevard of heavy basses. “hello mom” works like a sampler for acute def contemporary wicked electronic music blatancy. modeselektor’s adaptation of urban catchwords like elektro-idm, booty house, euro-crunk, continental grime, ghettobass, dubstep and such a things even get the most bored know-it-all off the stools. a party-worn, lost looking monkey stares from the cover, as self-mockery has always been an excellence of modeselektor. it is rather difficult to have a serious word with them, as they are mostly drunk from boozing ideas made up from their addictive creativity.

the record starts with a collaboration. ttc from france usually doing juicy hip-hop at ninja tune’s spin-off big dada, remain thirsty in the dryly euro-crunk shredded track “dancing box”. next gernot and sebastian intone “die clubnummer” (the club track) as the acid gewandhouse orchestra in honor of kurt “rheumy eye” masur. “tetrispack”, with the imaginary fo shizzle ma nizzle by snoop and kelis, is a number one for sure - on this record it has to contend with number three. the “rap anthem” queues up along with the “rave anthem” from modeselektor’s previous “turn deaf ep” for a later anthem album. “kill bill vol. 4” illustrates their radio playboyness for a start, in order to turn into a rave monster that works anywhere, they say. “ziq zaq” is the name of a persian restaurant where modeselektor like to eat, and where they were thinking about the 80iesish 707 sounds of lexy and k.paul, which they found killingly funny. with “vote or die”, modeselektor support the political campaign of p.diddy, because the rapper from new york city “has got a groovy taste and is a jazzy styler”. ”earth - the ups edit” is made of arcane stumbling sounds, that wobble just like the planet, where the humans live in brown uniforms and deliver presents to each other. wise guy paul st. hillaire argues about “fake emotions” along with slack bubbling melodies. “in loving memory” is taken from the same titled ep of 2002 and already a classic of great organ church music. the turkish restaurant “hasir” contributes a keen snippet of “saz” (turkish guitar) for the two big eaters’ soulful oriental bass ballad. the sri lankan sasha perera, singer of the berlin-tel aviv trio jahcoozi, is to hear on “silicon”, a track packed with urban grime. the merrily euphoric finale “i love you” goes out to all the moms. modeselektor are already working on the next album which is due in about 8 years.