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ELLEN ALLIENS TABELLARISCHE BIOGRAFIE ellen allien – dj, bpitch control-labelinitiatorin und -managerin, produzentin
www.ellenallien.de
stadt: berlin
stil: hypnotic sequencies/ elechtech/ abstrakt
clubs:
melt (de),sonne mond sterne festival (de).time warp(de),benicassim(es),sonar(es) i love techno (be), dour(be),dissonanze festival(it),nuits sonores festival (fr),10 days (be), radar (tr),reworks(gr)fabric (uk), industrial copera(es),rex(fr)flex (austrian),watergate (de), weekend (de), tenex (it), nitsa (es), brancaleone (it), villa rouge (fr)),robert johnson(de),
, distillery (de),amesia(es), il muretto (it),goa(it), fuse(nl), link(it),petrol,(be)cassero(it),berghain(de), levontin(isreal),11 club(ne),barraca(es)
brasil tours,japan tours,usa tours------thanks to all clubs and promoters...the list could be longer..thanks to all of you who let us dance:-)
biografie:
1988
einjähriger aufenthalt in london und erste begegnung mit acid-house im wag-club.
1989
kontakt zur musik der zukunft in berlin: u.f.o. – der erste houseclub berlins.
1990
der wahre techno-kick im berliner tresor.
1991
erster dj-job im berliner fischlabor – zu dieser zeit der wichtigste technotreffpunkt berlins, wo alle namhaften berliner djs begannen.
1992
dj im bunker, elektro, tresor, praxis dr. mccoy – stil: abstract techno.
1993
jobbt im berliner plattenladen delirium; erste eigene radiosendung „braincandy“ auf kiss-fm berlin.
1994
resident dj bei „dubmission“ im berliner e-werk; projekt loveparade: 60 h „braincandy“-liveübertragung mit interviews auf kiss fm und aus dem tresor – initiierung und organisation von ellen allien und kiss fm.
1995
gründung des ersten eigenen labels „braincandy“; resident im berliner tresor – jeden sonntag „club the rest“ mit dj tanith.
1996
veröffentlichen der eigenen studiosession auf braincandy.
1997
nach schließung des berliner e-werks gründung einer eigenen partyreihe unter dem namen „bpitch control“ – anspruch: futuristischer klang, licht und videomixung in wechselnden industrie-locations um leerstellen im berliner nachtleben mit neuem zu füllen.
1999
gründung des gleichnamigen labels „bpitch control“ um einen weiteren kanal zu eröffnen.
2000
studioarbeit & labelaufbau; erste deutschlandtournee mit den bpitch control-künstlern.
2001
veröffentlichung des ersten albums „stadtkind“ (BPC021) auf bpitch control; remixprojekte (u.a. malaria, golden boy & miss kittin, peter licht), weitere eigene releases auf bpc. initiierung eines neuen 7“-labels: „spielwiese“.
2002
veröffentlichung der maxi „erdbeermund“ (BPC041) – präsentation einer neuen musikalischen herangehensweise; fortsetzung der labelparties im berliner tresor, bastard, wmf, remix für covenant. frühjahr: zweimonatige dj-tour durch kanada, usa (n.y.c.) und japan (tokio).
sommer: neue veranstaltungsreihe „boogy bytes“ in wechselnden berliner locations – fokus auf der präsentation aktueller musikalischer tendenzen mit einem offenen ohr für unbekanntes, booking & koordination von ellen allien.
herbst: bpitch control-labeltour „gemeinsam“ mit veröffentlichung einer gleichnamigen compilation (BPC055).
winter: studioarbeit am zweiten album.
2003
veröffentlichung des zweiten albums „berlinette“ (BPC065); anschließende album-tour „around the globe“.
märz: ellen allien himmel remix für barbara morgenstern auf monika.
mai: brasilien-tour mit laub, modeselektor trashscape mix (BPC069).
juni: ellen allien - lets get it on remix for goldchains.
juli: ellen allien - the way we have chosen remix für omr.
august: ellen allien koax remix für apparat (BPC070), apparat fuse voc by ellen allien, ellen allien - forms and shapes remix für sascha funke (BPC074).
september: ellen allien - alles sehen remixes by e. allien, miss kittin, safety scissors, martini brös (BPC073).
oktober: ellen allien - chromosoma23 remix for vicknoise factorcity/barcelona
november: usa-tour
dezember: japan-tour
2004
januar: ellen allien remix collection (Memo 01+01).
april: release der ellen allien "astral" ep BPC085
august: ellen allien - my parade BPC094
august: ellen allien - yetti "out of control" remix für gold und liebe
november: my parade usa & canad tour
2004/2005
dezember & januar - studioarbeit am dritten album "thrills" (bpc106) + singleauskopplung "magma" BPC105 (remixe von the mfa & modeselektor)
februar & maerz: camping-compilation-tour in europa
maerz: usa - miami music conference check dates
august: release der zweiten single-auskopplung "your body is my body" mit remixen von kiki & troy pierce
bpc113
september - oktober tour brasilien, usa & japan
2006
januar - release der dritten single-auskopplung von thrills - "down remixes" by dinky, fuckaloop, drama society BPC116
märz - eae fashion line ist online www.fashion.ellenallien.de
april/mai - release von ellens neuem album mit apparat "orchestra of bubbles" BPC125. singleauskopplungen folgen: "turbo dreams" BPC124 und "way out" BPC129.
sommer '06: ellen spielt auf den meisten großen europäischen festivals ihr live-set mit apparat. veröffentlicht gemeinsam mit audion die split-remix-single "just a man" (spectral/usa).
september '06: die dritte singleauskopplung von "orchestra of bubbles" - "jet remixes" - wird veröffentlicht. [21]
oktober '06: remixes für beck ("the sun") und thom yorke (vÖ in 2007),
ellen allien fashion winterkollektion kommt raus
januar '07: remix für troy pierce ("away"), ellens remix für safety scissors ("where is germany ...") wird auf "camping vol.3/vinyl 1" veröffentlicht (BPC145)
april 2007:
*time out presents: the other side berlin - ellen allien (dvd + cd)
*ellen tourt mit anderen bpc-künstlern durch ganz europa auf der "camping"-tour
mai 2007:
*ellen macht einen exklusiven mix für fabric/london
*ellen allien fashion line summer/spring-kollektion ist online
2008
*boogy bytes vol.04 mix cd BPC171
*31.mai 2008 "SooL" (BPC175) das 4. soloalbum wird veröffentlicht
* weltweite sool album tour
* die *PLUS* fashion line wird vorgestellt
'jetlag tour zusammen mit modeselektor
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ELLEN ALLIEN /// berlin berlin ///
berlin - ich bin aufgewachsen mit dem gefühl, von der mauer umzingelt zu sein, es war ein leben im westberliner inseldasein. grenzkontrollen beim urlaubsausflug, das durchwühlen der taschen, militär. das machte angst.
aber der spruch: „im westen nichts neues" passte trotzdem irgendwie nicht, denn es passierte eine ganze menge, was woanders so nicht möglich gewesen wäre. westberlin, die insel, ist ein ziel für die kreativen auf der suche nach alternativen. musik war und ist mein ventil. neben dem klimpern auf der heimorgel, dem autodidaktischen notenlernen und der jukebox inklusive singlesammlung im kinderzimmer, gerieten meine ohren erstmals durch die revolution der neuen deutschen welle in aufruhr. ich war begeistert: es wird erstmals in der sprache gesungen, die auf der strasse zu hören ist; ideal, grauzone und nina hagen – pop meets punk. alles geht ganz plötzlich. und, minimale klänge aus dem bauch von maschinen sind in den charts: kraftwerks “model" hat für mich alles verändert. ich entdeckte, dass pop auch ohne firlefanz geht. berlin ist auf meiner seite heimat für die quergänger, die neugierigen gewesen.
aber erst mit dem fall der mauer wird berlin wieder zu berlin, die stadt die mich atmen lässt. nach einem einjährigem london-aufenthalt hatte ich trotz der dortigen acid-jazzhouse-euphorie feststellt, dass ich nur an einem ort zu hause sein will und kann - und das ist berlin, der ort der möglichkeiten. atmen zu können, dahin zu fahren und gehen, wohin ich will, mit wem ich will - endlich keine grenzen mehr. und es hat mich sofort nach ostberlin gezogen, die stimmung von aufbruch und neugier zog mich an. dort ist platz zum experimentieren. elektronische musik hat ost und west wieder vereint.
musik und kunst wurden die zentralen punkte für mich. das war anfangs saxophonspielen, die auseinandersetzung mit mode, sessions in Übungsräumen und eine akrobatikausbildung. für deren finanzierung habe ich hinter der bar des fischlabors gearbeitet, dem meetingpoint des aufstrebenden musiknetzwerkes. ich habe meine ersten tapes gemischt, und schwups, schon war ich dabei in der stunde null der berliner technoszene, die sich nun in leer stehenden industrieanlagen, häusern und kellern ein dach über dem kopf baute. aus ellen war ellen allien geworden.
mut
das berliner nachtleben. ich hatte im radio meine eigene sendung auf kiss fm, habe im plattenladen delirium gejobbt und schließlich mein erstes label braincandy gegründet. das war ein gefühl, als ob die musik mich verschluckt hätte. durch die arbeit beim radio habe mich eingehender mit elektronischer musik beschäftigt. und mit braincandy habe ich ernsthaft versucht, genau die art abstrakten techno zu veröffentlichen, der mir am besten gefiel. ich hatte wirklich keine lust mehr auf kompromisse, das war teilweise auch einfach mut, um mir meinen eigenen weg zu pflastern.
nachdem dann die ersten großen berliner technoclubs in berlin geschlossen haben, war die szene verunsichert. ich habe das als signal gedeutet, um in dieser orientierungslosigkeit was auf die beine zu stellen. mit bpitch control, der partyreihe, war das ein guter anfang. ich wollte die musik festhalten, materialisieren, und so gründete ich bpitch control records.
die parties waren nun nicht mehr nur erinnerung, die leute konnten sie mit nach hause nehmen. das label war dann in erster linie auch mein sprachrohr und das der leute, die ich talentiert und unterstützenswert fand. bpitch control ist für mich glamour und gemeinschaft und austauschplattform zugleich.
produktiv
als dj habe ich immer die verbindungen zwischen genres, stilen und dem publikum gesucht. leute mit neuen klängen zu füttern und sie aufmerksam zu machen, den raum mit sound zu füllen. ich habe aber auch immer nach einer form der akzeptanz des bestehenden gesucht - wir leben im jetzt!.
und genau diesen roten faden wollte ich mit dem publikum teilen. wenn ich auflege, werden körper und musik eins - sie werden brainish. musik war für mich außerdem schon immer die einzige möglichkeit, um in epischen zwischenwelten zu kreisen, mich zu entspannen, den exzess zu erleben, mich selbst zu finden. musik ist mein motor und ventil zugleich.
als produzentin ist musik dann die wiedergabe meiner emotionalen stimmungen, die ich mit technischen hilfsmitteln aus mir heraus kitzele - und deren einsatz wechselt. musik wird zur chronik, jedes album zum lebensabschnittswerk, das mich nach dem trubel und wirbel des dj-jettens wieder erdet. alben sind wie tagebücher. mit dem ersten album “stadtkind" wollte ich dann die enge verwobenheit mit stadt, in der ich lebe, zeigen. das war wie eine explosion! “stadtkind" ist meine hommage an berlin. das testen, arbeiten und experimentieren mit den strukturen und dem klangspektrum elektronischer musik rückte dann immer mehr in den vordergrund. mit diversen mix-cd's und remixen habe ich mich mitten hinein in den musikkosmos gebeamt. mit “berlinette", dem nachfolge-album, habe ich dann die erlebnisse nach der “stadtkind"-veröffentlichung verarbeitet. das war wie ein blitz, ich war überall und fand euphorische unterstützung. “berlinette" zeigt all das und ist zudem meine ganz persönliche aufarbeitung der frage, was mit pop und abstrakten klängen alles möglich ist. dann erschien das dritte album “thrills", das nun zwischen dem steten erleben des nervenkitzels und dem arp 2600 und andere analogen instrumenten pendelt.
2006 beschlossen apparat und ich gemeinsam ein album zu machen. wir schlossen uns wochenlang in sein studio ein und spielten mit verschiedenen instrumenten, synths und sounds herum, blickten über die verschneiten dächer berlins und waren sehr produktiv. „orchestra of bubbles“ ist ein sehr schönes electronica-album geworden mit einflüssen von sowohl apparat als auch mir. im darauffolgenden sommer spielen wir viel live – viele festivals, viele clubs. es war eine tolle erfahrung. wir schwitzten jedes mal mehrere liter wasser aus und hatten großen spaß. das projekt war eine große herausforderung und bereicherung für uns beide.
als ich gefragt wurde, ob ich berlin für eine time out-dvd repräsentieren würde, habe ich das angebot gern angenommen. die berlin-dvd ist eine super sache für leute, die die stadt noch nicht so gut kennen und mehr über sie wissen wollen. i zeige meine lieblingsplätze und habe für die beiliegende cd meinen berlin-mix kreiert.
fabric war schon immer einer meiner lieblingsclub und es hat mich mit stolz erfüllt, als sie mich fragten, ob ich einen exklusiven mix für sie machen würde. er wurde im mai 2007 auf ihrem hauseigenen label veröffentlicht und ist ein abbild meiner üblichen dj-sets – analog, hypnotisch, emotional und vereint sowohl ältere lieblingstracks von mir als auch ganz neue releases. dieser mix war, neben remixes für u.a. thom yorke, beck und troy pierce, eines meiner lieblingsprojekte.
immer wenn ich zeit habe, kümmere ich mich um meine eigene fashion line. im sommer 2007 ist immerhin schon meine 3. kollektion heraus gekommen. i mag fashion design – entwürfe zeichnen, stoffe aussuchen ... ich mache nur einige wenige stücke, alles sehr exklusiv. es ist eher ein hobby von mir. musik ist immer noch meine nummer 1. es ist mein leben und meine liebe.
es ist interessant zu sehen, wie neues equipment und software die musik verändert. wechselndes studiooequipment lässt die produktionen auf’s neue spielerisch fließen. techno ist bis heute mein kern geblieben - er ist minimal, reduziert deep und rough zugleich. ich würde sagen, meine entwicklung geht hand in hand mit techno – was sonst?
sinnlich
grafik, musik, artwork, visuals und mode fließen in meiner arbeit ineinander.
body
der tanz, der raum, die lust sollen überschwappen, und ich suche nach dem erfüllenden tanz. körper, bauch und brain schwingen und liften mich/ uns ab. musik ist die droge – nothing else!
travel
reisen mit dem plattenkoffer; reisen aus dem koffer. das hotel als home. dabei welten und kulturen kennen lernen und akzeptieren; verstehen, wie es woanders tickt. politik und ansichten austauschen. der club vereint schließlich ohne worte, es ist die musik die spricht.
die schönheit der welt erkennen und das andere absorbieren. mein zu hause ist weit weg und auch nicht wichtig, da das fremde meine neugierde weckt, und ich will es wissen!
the mix
der biss zum mix. tight und verschoben arbeite ich mich zum absoluten punkt - schwitzen und der kitzel, dass der raum zu unserem raum wird.
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